Psychotherapeutisches Angebot am Gesundheitszentrum 

Suzan Aksümer, 49 Jahre alt, verheiratet, ein Hund.

Als Tochter einer niederbayerischen Schneidermeisterin und eines türkischen Architekten wuchs Frau Aksümer als Einzelkind, zweisprachig in Reutlingen auf.

Nach ihrem Abitur begann sie ein Psychologiestudium in Ankara an der middle east-technical University (ODTÜ), das sie nach vier Jahren an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen fortsetzte und mit einem Diplom abschloss.

Im Anschluss daran arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Hertie-Institut für Hirnforschung. Im Rahmen ihrer Zusatzausbildung zur verhaltenstherapeutischen Psychotherapeutin, absolvierte sie ein Praktikum in der Psychiatrischen Abteilung der Kreiskliniken Esslingen in Nürtingen. Dort entdeckte sie die Liebe zur Psychiatrie. Aufgrund ihrer Zweisprachigkeit erreichte sie Patienten, die vorher nur selten und zögerlich einem stationären Aufenthalt zustimmten. Parallel zu ihrer Arbeit auf einer Akutstation begann sie in der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) zu arbeiten. Hier können Menschen nach ihrem stationären Aufenthalt weiterhin psychotherapeutisch betreut werden, wenn sie aufgrund ihrer sprachlichen Defizite bzw. der Schwere ihrer Erkrankung keinen anderen Therapieplatz bekommen. Frau Aksümer konnte während dieser Zeit zu allen Störungsbildern Erfahrung sammeln, aber auch zu Einzel-, Paar- und Gruppentherapien (Sucht, Skillsgruppe für Borderlinepatienten, soziales Kompetenztraining usw.).

2015 erlangte sie ihre Approbation als verhaltenstherapeutische Psychotherapeutin. Von dort an arbeitete sie als Psychotherapeutin in der PIA der medius Kliniken in der Außenstelle Esslingen, bis sie sich 2019 mit einer eigenen Praxis in Esslingen niederließ.

Aufgrund der Enge im Ballungsgebiet Stuttgart entstand in der Familie der Wunsch, in eine ländlichere Gegend zu ziehen und dort eine Immobilie zu erwerben. Geeignete Räumlichkeiten für die Praxis fand Frau Aksümer im Gesundheitszentrum Spaichingen, wo sie ab Juli 2022 tätig sein wird. Frau Aksümer berichtet, dass sie auch schon ein „kleines Häusle“ gefunden haben, in das sie demnächst einziehen werden.

Das Behandlungsangebot ihrer Praxis für Psychotherapie wendet sich an Menschen mit psychischen Störungen wie Depression, Ängste, Posttraumatische Belastungsstörung oder Persönlichkeitsstörungen, aber auch an Menschen in akuten Lebenskrisen wie beispielsweise Tod eines nahen Angehörigen, Arbeitsplatzverlust, Mobbing oder Scheidung. Bei der Behandlungsmethode handelt es sich um Verhaltenstherapie, deren Wirksamkeit und Effizienz in zahlreichen Studien belegt wurde. Diese Behandlung wird in Deutschland als Therapieform von allen Krankenkassen anerkannt. Zusätzlich bietet Frau Aksümer auch Paartherapie und Coaching an. Ein Alleinstellungsmerkmal stellt ihr muttersprachliches und kultursensibles Behandlungsangebot für Migranten mit türkischen Wurzeln dar. Frau Aksümer berichtet, dass ein Großteil türkischstämmiger Migranten entweder (bei geringen Deutschkenntnissen) muttersprachlich behandelt werden möchte, oder sich trotz gelungener Integration und Sprachkenntnisse eine Therapeutin wünscht, die Wissen über seinen kulturellen Hintergrund besitzt.

Lernen Sie Frau Aksümer am 12. Oktober bei ihrem Vortrag „Denken, Fühlen, Handeln – Wie wir unser (er-) Leben beeinflussen können“ kennen.
Dieser findet um 19 Uhr im Konferenzraum des Gesundheitszentrums statt.